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Island 09.-16.07.11 Am 09.07.11 landeten wir um 12:40
in Reykjavik. Als wir am Europcarschalter unseren Toyota Landcruser in Empfang
nahmen kam der erste Schock. Im Süden auf der 1 kurz hinter Vik war eine Brücke
durch Wassermassen zerstört worden und die 1 ist nach Vik auf dem Weg in den
Osten gesperrt. Genau da wollten wir aber am 2. Tag lang fahren. Die Alternative
hieß ab durch die Berge. Unsere Rundreise begannen wir mit den ersten Eindrücken auf der Halbinsel Reykjanes. Vom Flughafen aus fuhren wir auf der 425 auf der westlichsten Strasse in den Süden(KM Stand 3613). Vorher deckten wir uns mit einigen Lebensmitteln bei Bonus ein und stärkten uns mit einem Baguette bei Subway. Ersten Fotostop gab es in Reykjanesta am Leuchtturm und an dem ersten Thermalgebiet wo der Schwefelgeruch in großen Wolken über die heiße Erde zog.
Danach ging es weiter auf der 425 zur Blauen Lagune. Wieder wurden die Fotoapparate gezückt. Der strahlende Sonnenschein bescherte uns allerdings nur „Schnappschüsse“. Aber die Farben haben uns dennoch überwältigt.
Weiter ging es auf der 427 / 42
durch die ersten Lavafelder. Auf der 1 ging es aus Reykjavik raus Richtung
Skogar. Vorbei an Selfoss und Hella. In Hella fand ein Musikfestival statt und
die Strassen waren voll mit jungen partylustigen Menschen. Abends erreichten wir
Skogar im Regen. Wir schliefen im Hotel Edda Skogar. Links vom Hotel befindet
sich ein kleines Museum mit graßbewachsenen Häusern und rechts befindet sich
der Skogarfoss, welchen wir nach dem Einchecken und Abendessen auch noch
fotografisch erkundeten. Das Edda Hotel ist einfach aber sauber und das Personal
sehr nett. Vermutlich eine Einrichtung die ausserhalb der Hochsaison als
Internat dient. Das Abendessen war ein einfaches Buffet an dem aber jeder satt
geworden ist.
Am 10.07.11 (So) machen wir uns auf den Weg nach Hali. Normalerweise wollten wir die 1 über Kap Dyrholaey und Vik nehmen, aber durch die zerstörte Brücke mussten wir die 100KM Umweg durch die Berge in kauf nehmen . Laut unserem Hotelier ein Umweg von 3 Stunden für den wir mit unseren Fotostops fast den ganzen Tag brauchten.
Wir fuhren also die 1 zurück und bogen kurz nach Hella auf die 26 ab. Auf der Hälfte der Strecke merkten wir deutlich, dass wir die Zivilisation langsam verließen. Grosse weite Flächen ohne ein Haus weit und breit. Riesige Lavafelder entlang eines Flusses. Hier begegneten wir auch der ersten Herde Islandponies die auf eine Weide getrieben wurden.
In Hrauneyjar aßen wir zu Mittag und genossen danach schwarze Sandberge die immer wieder an Wasserläufen von fast neonfarbenen grünem Moos gesäumt waren. Nach kurzer Zeit ging es auf die 208 die später in die F208 überging. Wiedermal bei strahlendem Sonnenschein fanden wir die besten Motive, für die wir allerdings einen bedeckten Himmel benötigt hätten. Unser Stops vielen immer recht kurz aus, das Unmengen von kleine nichtsteckenden Mücken uns überfielen. Nach dem schwarz / grünen Eindrücken erreichten wir die bunten Berge von Landmannalaugar, die wir aber noch später fotografisch erkunden wollten. Natürlich gab es auch auf dieser Route den einen oder anderen Fotostop, allerdings kämpften wir immer noch mit viel zu grellem Licht. Also ging es zügig weiter zum „Furten“, denn die 208 bietet auf der Strecke nach Landmannalaugar einige Punkt in denen die Gletscherflüsse mit dem Geländewagen durchquert werden.
Ein tolles Erlebnis mit einem Geländewagen zu Furten. Am Anfang ist man noch etwas unsicher, aber danach war es das reinste Vergnügen. Nach einiger Zeit erreichten wir auf der 208 ein Lavafeld mit Moos, welches in den schönsten Grüntönen schillerte. Dazu Nebel und einige schöne stellen mit Wasser. Perfektes Wetter um diese Stimmung einzufangen.
Gegen späten Nachmittag erreichten wir wieder die 1 und führen durch das riesige Lavafeld Elhraun weiter Richtung Hali.
Am späten Abend erreichten wir den Gletschersee Jökulsárlón, der mich schon beim ersten Besuch vor 2 Jahren in seinen Bann gezogen hat. Obwohl wir sehr erschöpft waren fuhren wir nach dem Abendessen im Guesthouse Hali noch einmal zum Gletschersee zurück und machten bei Nieselregen die ersten Fotos vom See und an dem gegenüberliegenden Strand, an dem die Eisstücke im schwarzen Sand lagen. Die Seehunde beobachten neugierig unsere Fotoaktivitäten und befanden sich immer in unserer Nähe.
Am 11.07.11 (Mo) begannen wir den Tag mit einem Besuch beim Jökulsárlón und einer Fahrt auf dem Gletschersee, danach fuhren wir zu den anderen 2 Gletscherseen Breiðárlón und Fjallsárlón. An dem Letzteren hat man einen wunderbaren Blick auf die Abbruchkante die im See mündet. Dieses visuelle Erlebnis wird untermalt mit den dramatischen Geräuschen die entstehen, wenn ein Eisberg ins Wasser bricht. Hier genossen wir einen guten Whiskey mit ca. 1500 Jahre altem Gletschereis. Wieder hatten wir strahlend blauen Himmel, den sich jeder „normale“ Islandurlauber gewünscht hätte. Wir allerdings waren auf der Suche nach der mystischen Lichtstimmung, die es nur gibt, wenn die Wolkendecke nur ein paar wenige Strahlen durchlässt. Regnen darf es dann aber nicht.... Wir fuhren weiter auf der 1 zum Skatafell Nationalpark.
Wir machten eine Wanderung zum Svatifoss der sich aus 10 m Höhe in die Tiefe stürzt und von Basaltsäulen umgeben ist. Trotz grellem Licht legten wir hier einen Fotostop ein. Die Wanderung war sehr schön, allerdings hatte ich mir von dem Nationalpark, der in den Reiseführern angepriesen wird mehr erwartete. Der Park liegt zwischen 2 Gletscherzungen, die man allerdings auf dem Weg zum Wasserfall nicht sieht.
Gegen Abend ging es zurück nach Hali und nach dem Abendessen wieder zum Jökulsárlón. Wir genossen die Stimmung bei wunderbarem Sonnenuntergangslicht bei dem sich der Himmel fast violett färbte und man meinte sich mitten auf einer Kitschpostkarte zu befinden.
Nach Mitternacht erreichten
wir müde und glücklich unser Guesthouse Hali, welches uns sehr gut
gefallen hat. Das Haus ist sehr sauber und hat sehr nettes Personal. Die Bücherwand
des zugehörigen Museums fällt schon bei der Anreise ins Auge. Mahlzeiten
werden in diesem Zentralen Museumsgebäude eingenommen und die Schlafhäuser die
teilweise auch über Zimmer mit Dusche WC verfügen sind auf dem Hofgelände
verteilt. Das Abendbuffet war gut, Salat, Suppe, einige Fischvarianten und Gemüse,
aber leider war das Abendessen an allen 3 Tagen gleich, so dass man wenig
Abwechslung hatte.
Nach kurzer Zeit nahmen wir die Piste F 985 um nach Jöcklasel zu kommen. Hier kann man mit Skidos oder anderen Fahrzeugen auf den Gletscher. Die Hütte bietet ein tolles Panorama und wir wärmten uns bei einem Kaffee auf.
Danach verließen wir diese hoch gelegene Region und fuhren weiter nach Höfn, wo wir zu Mittag aßen und uns mit einigen Lebensmitteln eindeckten. Wir fuhren weiter gen Norden. Auf dem Weg versuchten wir Eidaenten zu fotografieren indem wir uns vorsichtig anpirschten. Sobald sie uns gesehen hatten begannen die Enten wie wild loszuwatscheln und sich von den schützenden Felsen zu entfernen. Etwa auf Höhe Starmyri kehrten wir uns und fuhren zurück nach Hali.
Ein letztes Mal wollten wir die Wunder des Jökulsárlón fotografisch einfangen. Wir wollten gleich an den Stand mit den Eisstücken. Die Enttäuschung war groß, als dort an der bekannten Stelle gar kein Eis zu finden war. Einige große Brocken lagen auf der anderen Seite, die aber lange nicht so gut zum fotografieren geeignet war wie die rechte Seite. Wir machten das beste draus und genossen die wiedermal fast kitschige spätabendliche Stimmung.
Wieder nach Mitternacht erreichten
wir das Guesthouse Hali.
An dem Hof Fagurhalsmyryi sahen wir einen Schild welches auf die Papageientaucher aufmerksam machte. Dies wollten wir ja eigentlich am Kap Dyrholaey bewundern, aber durch die Routenänderung sind wir dort ja nicht gewesen. So überlegten wir, ob wir einen Ausflug nach Ingolshöfdi machen sollten. An dem Parkplatz den man 2 km nach verlassen der 1 erreicht, wird man von einem Trecker mit Anhänge nach Ingolshöfti gefahren. Die Überfahrt dauert 25 Minuten und man hat 1,5 Std auf der Insel um die Papageientaucher zu beobachten. Da wir diesen Morgen spät los gekommen waren und ja noch ein ganzes Stück Weg vor uns hatten entschieden wir uns gegen diesen Ausflug und kauften uns an der nächsten Tankstelle einen Papageientaucherstofftier „Stevi“, welches uns von da an begleitete. Weiter auf der 1 machten einen Halt beim Skatafell, wo man sehr dicht an die Gletscherzunge heran kommt. Bei Regen ging es dann weiter bis zur 208 und auf die F208. Der Regen machte es hier nicht möglich viel bzw. lange zu fotografieren.
Wir fuhren und furteten bis
Landmannalaugar und bewunderten die bunten Berge bei Regen, aber da wir wussten
das wir am nächsten Tag die Region genauer erkunden wollten fuhren wir zügig
weiter und erreichten Abends das Guesthouse Hreineyjar. Ein einfaches Haus,
welches aber ein guter Standpunkt für weitere Touren im Hochland ist. Die
Zimmer erinnern an kleine Fährkabinen, aber zum schlafen langt es. Das Essen
war in Ordnung, es gab mehrerer Gerichte zur Auswahl dazu immer 2 Suppen und eine
Salatbar. Aufgrund des Regens fuhren wir nicht noch einmal los sondern ließen
den Tag in einem der Aufenthaltsräumen ausklingen.
Wir harrten eine Weile aus und fuhren dann weiter die 225. Das Wetter klärte auf und so fuhren wir bei wiedermal zu grellem Licht durch eine sehr beeindruckende Landschaft. Dafür hatte ich hier ein Erlebnis besonderer Art. Auf der Suche nach dem richtigen Bildausschnitt trat ich in eine verdeckte Erdhöhle und bin mit einem Bein komplett in der Höhle gewesen. Zum Glück nur mit einem Bein, wenn man hier nicht aufpasst kann man auch in den Höhlen komplett verschwinden.
Erst sahen
wir braun / grüne Hänge mit Schneeresten die wie Tupfer in den Bergen hingen,
danach fuhren wir durch die Lavafelder der Hekla. Dieser schneebedeckte 1491m
hohe Vulkan bricht eigentlich alle 10 Jahre aus. Jetzt ist er im 11.Jahr und
überfällig. Wir erreichten die 26 und fuhren bei Regen zurück zum Guesthouse
Hreineyjar. Nach dem Abendessen wollten wir noch einen Versuch wagen die Bunten
Berge bei idealen Lichtverhältnissen zu fotografieren. Als wir aufbrachen sah
der Himmel vielversprechend aus. Eine lockere Wolkendecke durch die hin und
wieder sanftes Abendlicht hindurchstreifte. Also fuhren wir die ca. 40 km bis
zum See Frostastadvatn zügig durch um genau dieses Licht dort vorzufinden. Als
wir ankamen zog allerdings eine dichte Wolkenwand hinter uns auf und es fing an
zu regnen, also fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück zum Hotel.
Am 16.07.11 ( Sa) frühstückten
wir recht spät im Anschluss genossen wir Kaffee und Carrotecake bei Kaffir und
fuhren zum Flughafen. Gegen Mittag gaben wir den Wagen mit dem KM Stand 5725 ab
und flogen mit der Lufthansa nach Hamburg, welches wir glücklich und zufrieden
mit vielen Fotos, Eindrücken und Videos nach 3 Stunden Flugzeit erreichten. Angelina Heer ______________________________________________________________________ |