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Maui – Hawaii
April/Mai 2011
Im April dieses Jahres bin ich mit meinem Neffen nach Maui
geflogen, auf die zweitgrößte Insel des Archipels Hawaii, um
endlich meine Schwester zu besuchen, die seit einigen Jahren in der Stadt Kīhei
lebt und im „Four
Seasons Resort Maui at Wailea“ arbeitet.
Maui
trägt den Namen des polynesichen Halbgottes Maui und wird auch „The Magic
Isle“ – die Zauberinsel genannt. Von diesem Zauber wollte ich mich nun
selbst nach einem langen Flug über London und Los Angeles und einer Reisezeit
von fast 24 Stunden überzeugen.
Meine Schwester lebt
in Kīhei an der Südküste.
Beidseitig der Hauptstraße der South Kihei Road befinden sich die meisten
Apartment-Komplexe und Hotels.

Noch
weiter südlich schließt sich Wailea an, mit einigen der exklusivsten Hotels
und Golfanlagen der Welt wie auch das Four Seasons, in dem sie arbeitet.
Dieses
Hotel haben wir und an einem Abend auch gemeinsam angesehen und haben in dem
Restaurant lecker essen dürfen mit Blick auf den Strand und das Meer.
Der sonnige Küstenteil an der Māalaea
Bay hat sich in letzter Zeit zu einem sehr beliebten Ferienzentrum
entwickelt. Besonders Windsurfer schätzen die nachmittäglichen starken Winde
von März bis Oktober. Von Kīhei oder
Wailea aus können Schnorcheltouren und Tauchgänge in mehrere interessante
Tauchreviere Mauis unternommen werden. Darunter befinden sich die Kraterinsel
Molokini und ein als Turtletown (Stadt der Meeresschildkröten) bezeichnetes
Gebiet in Mākena.
Molokini ist eine kleine, unbewohnte Insel etwa 4 Kilometer vor der Küste
Mauis. Die sichelförmige Insel stellt den Kraterrand eines erloschenen Vulkans
dar.
In allen Gewässern um Maui kann man von November bis März Buckelwale
beobachten, die hier zur Paarung und zum Kalben überwintern. Besonders die Māalaea
Bay (nur 15 m tief) ist bei den Walen beliebt (bester Aussichtspunkt:
McGregor Point). Wir haben einen Ausflug per Schiff zur Walbeobachtung gebucht,
da Ende April aber leider nicht mehr viele Wale vor Ort sind, hatten wir leider
nur das Glück vereinzelt einen Blick auf einen Wal erhaschen zu können.
Auf
Meereshöhe gelegen herrscht auf Maui über alle Monate des Jahres hinweg ein
stabiles, tropisches Klima. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer
zwischen 23 und 31 °C, im Winter bei etwa 18 bis 27 °C. Die
Wassertemperatur des Pazifiks liegt bei 22 bis 27 °C.
Außerdem verfügt die Insel über mehr als 80 wunderschöne Strände mit einer
Gesamtlänge von über 193 km, wir wollten uns davon zumindest einige anschauen
und Strand und Wasser bei angenehm warmen Temperaturen testen.

Es
gibt so viele verschiedene Strände auf der Insel, mit weißem, schwarzem oder
auch rotem Sand, feinsandig oder mit Kieseln. Strände mit allen möglichen
touristischen Angeboten oder ganz einsame Ecken, ruhigere Buchten und Strände
mit wenigen oder hohen Wellen. Diese Wellen sollte man auch nicht unterschätzen.
Ich
stand ein wenig mit Ihnen auf „Kriegsfuss“, nachdem mir mehrmals im
kniehohen Wasser die Füße weggezogen wurden und ich Purzelbäume schlug, mein
Neffe
fand
das dagegen toll und warf sich mit seinem Board in die Wellen.
Um einen besonderen
Einblick in die vielfältige Landschaft von Maui zu bekommen,
sollte man auf jeden Fall die „Road
to Hāna“
im Süden befahren, eine der schönsten
Panoramastraßen der Welt. Der Hana Highway um East Maui führt auf ca.
50 Meilen über 54 Brücken und ca. 600 Haarnadelkurven in eine Regenwaldregion
mit Aussichtspunkten sowie hunderten von Wasserfällen, die teils in
romantischen Teichen enden und zum Baden einladen.
Die
Straße selbst ist in einem sehr guten Zustand, allerdings oft sehr schmal und
die Brücken sind nur einspurig passierbar. Für die Fahrt sollte man mind. 2
Stunden Fahrzeit einrechnen pro Strecke ohne die vielen Stops, die man für
unterwegs einplanen sollte.
Unser
erster Badestop war der „Waianapanapa State Park“ kurz vor Hana
mit
seinem schwarzen Lavastrand, Lavatunneln und –höhlen in wunderschöner Natur.
Da
wir diese Tour nicht an einem Tag hin- und zurückfahren wollten, haben
wir in der Nähe von Hana in einem einfachen einsamen Baumhaus „Hana Lani
Treehouses“ übernachtet und dort einen tollen Sonnenuntergang und die fremden
Geräusche des Regenwaldes in der
Nacht und am frühen Morgen genossen.
Am
nächsten Morgen standen die „Seven Sacred Pools“, auch „Oheo Gulch“
genannt,
auf unserem Programm. Dabei handelt es sich um mehr als sieben wunderbare
Naturteiche, in denen man ein erfrischendes Bad nehmen kann.
Weiter
ging es auf einem insgesamt ca. 2 Meilen langen Wanderweg
zu
den Waimoku Falls, über 100m hohen Wasserfällen.
Der
Weg dorthin führte uns an beeindruckenden alten Bäumen und kleinen Wasserfällen
vorbei und durch einen
beeindruckenden Bambuswald, in dem nicht nur wir, sondern auch ein paar Kühe,
die Ruhe und das „Klackern“ des Bambusholzes genosssen.
Nach
vielen weiteren tollen Fotostopps und begeistert von den unterschiedlichen
Landschaften und Eindrücken fuhren
wir zurück nach Kihei und konnten nun auch sagen „I Survived the Road to Hana“.
Das
nächste Muss auf Maui ist der Sonnenaufgang auf dem Haleakala-Vulkan. Wir
starteten in Kihei um vier Uhr früh, um vor Sonnenaufgang am Krater zu sein, da
die Fahrt 1,5 bis 2 Stunden dauert. Vorbei an Zuckerrohrfeldern führte uns der
Highway 378 in Serpentinen durch den Haleakala National Park hinauf auf 3.055 m
Höhe.
Dort
suchten wir uns, warm und dick eingepackt, eine schönen Platz über dem
Wolkenmeer am Krater des Vulkans und warteten darauf, dass die
Sonne
aufgeht. Wenig später färbte sich der Himmel dann violett und dann krochen die
ersten feurigen Strahlen über die Wolken und die Aschekegel
leuchten
in einer Farbvielfalt in Gelb, Orange und flammenden Rot – ein unvergesslicher
Anblick.
In
der alten Zuckerrohrstadt Pāia an der Nordküste der Insel treffen sich
etwa seit 1980 die Windsurfer aus aller Welt. Pāia liegt etwa in der Mitte
zwischen den weltberühmten Windsurfspots. Hier herrschen die besten Windsurf-
und Surfbedingungen der Insel. Ende
März (PWA World Cup) und Anfang November (Aloha Classic) trifft sich die
Weltelite der Windsurfer in Hookipa zu den beiden wichtigsten Wave-Regatten.
Wir
haben uns damit begnügt, den Surfern zuzusehen und sind anschließend durch das
niedliche Städtchen Pāia geschlendert.
Eine
andere Tour führte uns nach West Maui. Hier findet man neben Tourismus und
Kommerz auch einsame Stellen, Romantik aus der Walfängerzeit, Buckelwale,
lebhafte Traumstrände und schroffe Felsküsten. Mauis Westen bietet alles von
unberührt bis überlaufen.
Wir
starteten in Kihei und fuhren an Kahului, der neuen Hauptstadt der Insel, in der
auch der Flughafen liegt, vorbei Richtung Iao Valley und Waihee. Die Straße ist
durchgehend asphaltiert, im Gegensatz zur platten Küstenebene sind hier
allerdings einige kräftige Steigungen und Gefällstrecken zu bewältigen. Bis
zum kleinen Ort Kalakalua bleibt das so, dann fährt man weiter auf einem
ausgebauten Highway. Aber bis zu diesem Punkt hat man schon viele
landschaftliche Höhepunkte passiert. Einige Blowholes findet man an der Küste
ebenfalls, die sind vom Auto aus aber nicht zu sehen, und ausgeschildert ist
hier oben auch nichts. Also ruhig mal ein wenig wandern gehen und mit Ruhe die
Brandung beobachten.
Zwischen
Kapalua im Norden und Lāhainā im
Süden im Norden findet sich - neben der Gegend um Kihei ganz im Süden - die höchste
Konzentration an touristischen Einrichtungen auf Maui.
Von
Lāhainā aus fährt man nur ein paar
Minuten bis Kaanapali Beach. Hier findet man breite, kilometerlange Sandstrände
und auch sonst alles, was das Touristenherz begehrt. Nachtleben, Hotels, Tennis-
und Golfplätze, meist schönes Wetter, Snackbars, Fast Food und Shopping
Center.
Hier
gibt es noch eine alte Plantagenbahn, den Sugar Cane Train, der mehrmals täglich
zwischen Kapalua und Lāhainā
verkehrt. Man zuckelt mit echtem Dampfantrieb eine halbe Stunde lang 10 km
durch wogende, grüne Zuckerrohrfelder oder am Highway entlang.
Wir
besuchten die alte Hafenstadt Lāhainā
. Das alte Walfänger- und Plantagenstädtchen
in den West Maui Mountains bemüht sich seinen Flair trotz Touristen und Kommerz
zu bewahren. Wie viele andere Städtchen auf Maui sind
auch
in Lāhainā die Häuser im Pionierstil erbaut. Ein anderer berühmter
Blickfang ist der im Jahre 1873 gepflanzte Banyan Baum im Ortszentrum (ein Ficus-Baum,
dessen Krone fast 1 Hektar Fläche überstreicht).
Über
Maalaea ging es dann zurück nach Kihei, so dass wir mit vielen Stopps
an
einem Tag West Maui umrundet hatten.
Auf
einer weiteren Tour über die Insel haben wir in Ulupalakua das einzige Weingut
auf Maui besucht, die Tedeschi Winery, das seit 1974 besteht und in dem man u.a.
sehr leckeren Ananas-Wein probieren kann.
Im
Anschluß daran besuchten wir eine Ziegenfarm in der Nähe von Kula, die
deutsche
Auswanderer betreiben. Dort kann man die Ziegen füttern, ihren Käse probieren
und ihnen beim „Surfen“ zuschauen.

Für
2 Tage packten wir ein paar Sachen zusammen und fuhren mit der Fähre
in einer Stunde von Lāhainā auf die Nachbarinsel Lānai.
Ein Fünftel der Insel ist mit Ananas bebaut, nicht genutztes Land ist
naturbelassen. Zum Urlaubsziel hat sich die Ananasinsel, die lange Zeit die größte
Ananasplantage der Welt war, noch nicht richtig entwickelt, aber sie ist ein
beliebtes Tagesausflugsziel von Maui. Die Insel ist ideal für Golfer,
Naturfreunde sowie zum Erholen und Baden. Lānai ist ein kleiner Geheimtipp
für Individualisten.
Meine
Schwester hatte für uns eine Übernachtung
im „Four Seasons Resort Lanai Lodge at Koele“
reserviert, einem beeindruckenden Haus im Plantagenstil mitten auf der
Insel.
Auf
dem Weg dorthin kamen wir durch die charmante Stadt Lanai City.
Zum
Baden fuhren wir wieder hinunter Richtung Manele an die Südküste in das „Four
Seasons Resort Lanai at Manele Bay“. Dieses liegt an dem wunderschönen Hulope
Beach, der fantastische Möglichkeiten zum Schnorcheln und Sonnenbaden bietet.
Wir
testeten diesen Strand und nutzten dann die Annehmlichkeiten am Pool des
Hotels.
Am nächsten Tag ging es nach einem leckeren Frühstück und einem kurzen
Sonnenbad am Hotelpool wieder mit der Fähre zurück nach Lāhainā
auf Maui.
Dort
in Lāhainā
besuchten wir dann am Abend den „Old Lāhainā
Luau“.
Ein
Luau ist ein traditionell hawaiianisches Festessen mit kulturellen Aktivitäten,
Gesängen und Musik - ein Fest des Lebens. Für die Menschen Hawaiis ist es eine
Art, verschiedenerlei Anlässe, wie zum Beispiel Geburtstage, eine reiche Ernte,
einen Schulabschluss, etc. zu feiern. Bei einem Luaubesuch hat man neben des köstlichen
Festmahls dort auch die Gelegenheit, mehr über die Kultur Hawaiis und dem Rest
von Polynesien zu erfahren.

Es
werden verschiedene Zeremonien aufgeführt, wie zum Beispiel die traditionelle
Imu Zeremonie, in der das Schwein aus dem Untergrundofen, wo es für das
anschließende Essen gegart wurde, herausgeholt wird. Zur Unterhaltung werden
verschiede Inselbräuche demonstriert, wie zum Beispiel die Anfertigung eines
Blumenkranzes, wie man den Hula tanzt, das Fischen mit Netzen, die königliche
Hofprozession und viele andere.
In
der anschließenden Show werden traditionelle Tänze aufgeführt. Jeder Luau ist
anders, aber alle haben die traditionelle Imu Zeremonie, ein Festmahl und eine
anschließende Show mit Tänzen und traditioneller Inselmusik. Auch wir wurden
zu Beginn mit einem Lei, den für Hawaii typischen Blumenkranz und einem
Cocktail begrüßt.
Ich
hatte dann das Glück, dass ich eine Kollegin meiner Schwester auf einem Hubschrauberflug
über die Insel begleiten durfte.

Der
Flug, der ca. 45 Minuten dauerte, ging über den Haleakala National Park, so
dass man von oben nochmals die Kraterlandschaft bewundern konnte und dann weiter
nach East Maui. Mit seinen bildschönen
Tälern mit rauschenden Wasserfällen, felsumrahmte Sandbuchten, Regenwäldern
und üppige Plantagen, in denen alles zu gedeihen scheint, was die es an
tropischen Früchten gibt. Man hatte einen berauschenden Blick auf alle Schönheiten
der Insel. Das war zum Abschluss unserer Reise ein wirklich unvergessliches
Erlebnis.

Doch irgendwann ist ja jeder schöne Urlaub irgendwann zu Ende und
wir mussten uns wieder ans Kofferpacken machen. Mit vielen tollen Erlebnissen
und Eindrücken von Maui, vielen Fotos und Filmen auf der Kamera,
verabschiedeten wir uns schweren Herzens von meiner Schwester und begaben uns
auf den langen Rückflug zurück nach Deutschland.
Aloha !
Silke Schrader
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