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Sizilien

"Schenk mir drei Wochen Deines Lebens - und ich schenke Dir dreitausend Jahre meiner Geschichte"

   

Dieser Werbespruch des sizilianischen Fremdenverkehrsbüros drückt ganz treffend aus, was man auf einer Reise nach Sizilien erleben kann.

Vom 16.02. - 20.02.06 durfte ich auf Einladung des Veranstalters Studiosus aus München Sizilien - Das Land, wo die Zitronen blühen - ein wenig kennenlernen und kann diesen Werbespruch nur bestätigen. Man muß sich einmal vorstellen: Sizilien hat in den 28 Jahrhunderten überschaubarer Geschichte fast zwei Dutzend Invasionen erlebt: Griechen und Karthager, Römer und Wandalen, Ostgioten und Byzantiner, Araber und Normannen waren die einander ablösenden Besatzungsmächte bis zum Staufenkaiser Friedrich II. Die  Eroberer hinterließen auf Sizilien viele denkwürdige Bauwerke und wurden so zu unfreiwilligen Förderern des heutigen Tourismus. Die Landschaft im Frühling ( und im Februar beginnt dort schon der Frühling) einfach traumhaft. Um diese Jahreszeit blühen die Mimosen, der Senf auf den Wiesen und die Zitrusbäume hängen voller Zitronen und Orangen, überall duftet es nach Frühling.   

Wußten Sie übrigens, dass Archimedes der berühmte griechische Mathematiker und Physiker auf Sizilien begraben liegt ? Während der Eroberung seiner Heimatstadt Syrakus durch die Römer im Jahre 212 v. Chr. saß er grübelnd vor geometrischen Figuren, die er in den Sand gezeichnet hatte. Als ein römischer Soldat auf ihn zutrat, um ihn zu erschlagen, soll er lediglich gesagt haben: "Zerstört nicht meine Kreise!"

.... dass die ersten  Bikinis und Fitness-Hanteln der Weltgeschichte auf den Mosaiken der römischen Villa Casale ( ca. 300 n. Hcr.) bei Piazza Armerina zu sehen sind?

...., dass der deutsche Kaiser Friedirch II. von Staufen, der in Palermo aufwuchs und 1250 starb, Italienisch, Französich, Latein. Griechisch und Arabisch, aber nur schlecht Deutsch sprach?

und dass472 v. Chr. das Theaterstück "Die Perser" des griechischen Dramatikers Aischylos im 22000 Plätze umfassenden Theater von Syrakus Premiere hatte?

Diese Liste lässt sich noch beliebig fortführen.

Bevor ich mit meinem eigentlichen Reisebericht beginne, vielleicht noch ein paar Worte zur Mafia. Sizilien und Mafia, Mafia und Sizilien, das ist fast zu einer Gleichung geworden, zu einer Art Markenzeichen. Erst richtig mächtig und einflussreich wurde die Mafia in den USA. Die in Hollywood gedrehten Mafiafilme trugen zu wilden Spekulationen bei, die sie mal als eine Art Robin-Hood-Verein darstellte oder als blutrünstige Verbrecherbande in Nadelstreifenanzügen. Der italienische Dichter Luigi Malerba hat zu dieser Legender eine kleine, bissige Satire geschrieben.

Sie geht so:

"Ein Huhn beschloss, Mitglied der Mafia zu werden. Es ging zu einem Mafiaminister, um ein Empfehlungsschreiben zu bekommen. Aber dieser sagte ihm, die Mafia gibt es nicht. Es ging zu einem Mafiarichter, aber auch dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht. Schließlich ging es zu einem Mafiabürgermeister und auch dieser sagte ihm, die Mafia existiere nicht. So kehrte das Huhn in den Hühnerhof zurück und auf die Fragen seienr Mithühner antwortete es, die Mafia existiere nicht. Da dachten alle Hühner, es sei Mitglied der Mafia geworden und fürchteten sich vor ihm.

In Wirklichkeit widersetzt sich natürlich eine ganze Reihe von Staatsbeamten mit großer Intelligenz, beruflicher Kompetenz und oft unter Einsatz des eigenen Lebens der Mafia. Ein trauriges Beispiel dafür, war der Anschlag des Staatsanwalts und Mafia-Jägers Giovanni Falcone, der im Jahr 1992 brutal ermordet wurde.

Um heute Mafia oder mafiaähnliche Organisationen zu finden, muss man nicht mehr nach Sizilien fahren. Sie sind fast überall tätig, ob in Spanien oder Kolumbien, Hongkong, in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Heute verdient die Mafia vor allem im illegalen Drogen- und Waffenhandel und durch die ungesetzliche Verschiebung von Sondermüll. Mit den so verdienten Milliarden hat sich die Mafia inzwischen Hotelketten, Touristikfirmen, Privatbanken, Versicherungsgesellschaften und anderes gekauft. Rund eine Million Menschen, schätzt man, arbeiten heute allein Italien direkt oder indirekt für die Mafia: von Drogenkurieren bis zu Bankangestellten, von Rechtsanwälten bis zu Hotelmanagern und Börsenmaklern. 

Catania

Catania ist mit 400.00 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sizilien s nach Palermio. Die Stadt am Fuße des Ätna ist durch den Berg der Berge,den Mongibello auf Sizilianisch, geprägt.

Die uralte Griechenstadt wurde immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, zuletzt zerstörte ein Lavastrom 1669 ihren Westteil, der Rest ging beim großen Erdbeben von 1693 zugrunde. Wie Phönix aus der Asche erfolgte dann im 18. Jahrhundert der großartige Wiederaufbau - häufig aus dem etwas düster wirkenden Lavagestein - nach dem Motto " Meloir de cinere surgo", zu deutsch "Blühender stehe ich aus der Asche wieder auf", dieses Motto wurde 1768 dem Triumphbogen im Westen der Stadt, der heutigen Porta Garibaldi, eingemeißelt. Es entstand eine Stadt mit asialen breiten Hauptstrassen, rechteckigen Plätzanlagen und phantasievollen Barockbauten. Dies und einige Denkmäler aus Altertum und neuerer Zeit, ihre  Lage in der fruchtbaren  Ebene Piana di Catania, zwischen dem Vulkan Ätna, der fast immer als imposante Kuliise über der Stadt aufragt und dem Meer, sowie viele interessante Außenbezirke in der näheren Umgebung machen Catania sehr interessant. Hier sind der Dom Sant Agata, der Elefantenbrunnen und das Museum von dem Komonisten Victor Bellini zu erwähnen.

Von der Piazza del Duomo gelangt man in die schnurgerade Einkaufsstraße Via Etnea mit vielen Geschäften, Restaurants und Cafes. Gleich am Anfang der Via Etnea gibt es ein nettes Cafe, in dem es hervorragende Pasta und Süßspeisen gibt. Außerdem ist jeden Tag außer am Sonntag Markt in Catania, angefangen beim Fisch über Gemüse, Fleisch und Käse. Es macht wirklich Spaß sich ins Getümmel zu stürzen. 

 

 

Ätna

Der Ätna ist der höchste und größte Vulkan Europas. Mit einem Umfang von 140 km bedeckt er eine elliptische Fläche von annähernd 1400 qkm. Über einer schwach geneigten Hochfläche, die 2900m erreicht, steigt der Gipfelkegel auf, dessen Höhe infolge der vulkanischen Tätigkeit wechselt, derzeit wird sie mit 3669 m angegeben. Seine Ausbrüche haben zu allen Zeiten die Menschen in diesem Gebiet beunruhigt und bedroht. Da der Vulkan sehr gut zugänglich ist, ist er der am besten erforschte Vulkan der Welt, zumal auch die Universität in Catania direkt vor Ort ist.

 Eine Fahrt in die Ätna-Region zeigt dem Besucher die Spuren der Verwüstung, ältere und neuere Lavaströme, die sich durchs Gelände ziehen. Ganz deutlich kann man dies kurz vor Zafferana Entnea sehen. Hier kam die Lava beim Ausbruch 1992  5 Meter vor dem ersten Wohnhaus zum Stehen. Dies war natürlich der Verdienst der Santa Agata, der man zum Gedenken gleich eine Madonna-Statue gebaut hat.

Auf der anderen Seite bringt die Verwitterung des vulkanischen Materials dem Land eine enorme Fruchtbarkeit, und daraus erklärt sich auch, dass die Menschen an diesem Land hängen und ihre Siedlungen im unteren Bereich der Ätnaflanken allen Launen der Natur zum Trotz behaupten. Der berühmte Ätnawein gedeiht ebenso wie Zitrusfrüchte, Oliven, Feigen und Obstbäume bis zu einer Höhe von 1000m. Außerdem fungiert der Ätna als ausgesprochener Regenfänger, so dass hier für den Anbau genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.Gerade im Frühling erlebt man dies in einem Feuerwerk an Farben, meiner Meinung ist die beste Reisezeit Ende Februar bis Anfang Mai.

Taormina

 Taormina ( ca. 11.000 Einw.) , 396 v. chr, von Karthagern als Tauromenion gegründet, liegt an der Ostküste Siziliens über dem Ionischen Meer auf einer Felsterrasse mit Blick auf den meist schneebedeckten Ätnagipfel. Lage, üppige Vegetation und mildes Klima sowie ein Stadtbild, in dem sich Urbanität und Historie mischen, haben Taormina schon im 19. Jhr. zum beliebtesten Ferienort Siziliens werden lassen. Ein Hauch davon hat sich ungeachtet des Massentourismus bis heute erhalten. Taorminas berühmteste Sehenswürdigkeit ist das Griechische Theater.  

 

   

   

   

Es wurde im 3.Jhr. v. Chr. angelegt, hundert Jahre später in römischer Zeit jedoch von Grund auf neu erbaut. Der Blick von den oberen Sitzreihen durch die nur noch teilweise erhaltene Bühnenrückwand in die Landschaft und hinüber zum Ätna ist wohl das bekannteste Fotomotiv. Schön ist es durch die Stadt zu bummeln. die Geschäfte sind allerdings sehr teuer, auch für den Capuccinoi verlangt man hier bis zu 4,- EUR.

Syracusa

 Die geschäftige Handeslstadt Syracusa ( 120.000 Einw.) liegt an der Südostküste Siziliens. Auf der vorgelagerten und durch einen schmalen Kanal von Festland getrennten Insel Ortigia breitet sich die Altstadt aus. Die Meeresbucht Porto Grande ist einer der besten und größten Naturhäfen Italiens. Landschaft und Kunstdenkmäler machen Syracusa zu einem er sehenswertesten Reiseziele der Insel.

In der Antike war die 743 v. Chr. von Korinther Kolonisten gegründete Stadt Syrakusa die größte und mächtigste Stadt der Insel. Im ersten Punischen Krieg stand Syyracusa auf Seiten der Römer, fiel aber dann von Ihnen ab, um 212 v. Chr. wieder von ihnen eingenommen zu werden. Dabei starb der 287 v. Chr.in syracusa geborne Mathematiker Archimedes.

Sehr sehenswert ist die schöne Piazza del Duomono, die von eleganten Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahr gesäumt ist. Der Dom würde im 7. Jhr. in den berühmten Athenatempel hineingebaut. Da dessen Säulen immer sichtbar waren, erhielt er den Namen Santa Maria delle Colonne. Die Front ist leider im Moment eingekleidet, da alles renoviert wird.

Sehr bekannt ist außerdem die Arethusaquelle. dem gefassten, von Papyrusstauden umstandenen Teich einer Susswasserquelle.Die Legende sagt, dass die Nymphe Arethusa vor dem griechischen Flussgott Alpheios floh- Sie stürzte sich an der Ostküste der Peleponnes ins Meer und tauchte auif Ortigia im alten Syracusa wieder auf.

Hauptsächlich kommen die Besucher nach Syracusa, um sich den Parco Archeologico mit seinen antiken Anlagen anzusehen.

Dort gibt es einmal den Altar des Hieron II, auf dem jedes Jahr 450 Stiere geopfert wurden und später von den Bürgern in einem Festmahl verspeist wurden. Im griechischen Theater erlebte Aischylos Tragödie " Die Perser" ihre sizilische Erstaufführung. Mit 138 m Durchmesser ( im Vergleich in Athen sind es 100m) und 61 Sitzreichen, auf denen rund 15000 Zuschauer Platz hatten, ist es eines der größten Theater der griechischen Antike. Um den großen Bedarf an Steinen für diese großen Bauten zu bekommen, brauchte man Latomien. So bezeichnet man antike Steinbrüche, die seit dem 6. Jhr. v. Chr. von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ausgebeutet wurden. Hier gibt es zwei Stollen zu sehen, der eine ist 60 m lang, 5 bis 10m breit und 23 m hoch und wird wegen seiner Akustick "Ohr des Dionysios" genannt. Laut Überlieferung konnte der Tyrann Dionysios vom einen Ende aus noch die leisesten Gespräche seiner Gefangenen belauschen.       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich hoffe, Sie haben Geschmack auf Sizilien bekommen. Rufen Sie mich gerne an, ich freue mich auf Ihre Fragen.

 Yvonne Esmann

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