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Ukraine - Jalta Jalta – die Perle der KrimGegen 2.30 Uhr morgens Ortszeit – nach etwa drei Stunden Flug von Frankfurt/Main – landet unsere Maschine auf dem Flughafen von Simferopol, der Hauptstadt der Krim. Um diese Uhrzeit allerdings bringt der deutsche Ferienflieger das einzige Leben: Wären wir nicht, der Flughafen wäre ausgestorben. Mehr als eine Maschine gleichzeitig wäre bei diesen Bedingungen aber wohl auch schwer zu bewältigen. Da dauert alles so seine Zeit. Und als wir schließlich alles bewältigt haben, ist unser Gepäck bereits vom Förderband genommen und zusammen gestapelt worden. Dabei werden Reisende, die bei DerTour gebucht haben, sogar noch zuvorkommend behandelt, von örtlichen Reiseleitern an den entscheidenden bürokratischen Engpässen vorbei geschleust. Trotzdem: Es ist fast 4.30 Uhr, als wir mit dem Bus zur eineinhalbstündigen Fahrt nach Jalta aufbrechen können. Simferopol – präziser: die
Trabantensiedlungen, die wir passieren – schläft noch. Der Eindruck beim
Vorbeifahren: Verhältnismäßig weit auseinander liegende Wohnblöcke im
einheitlichen Plattenbaustil, manche Blöcke sogar noch mit etwas von der Norm
abweichender Phantasie gebaut, alles durchaus sauber – aber viele Fassaden bröckeln
bereits oder zeigen Spuren der Verwitterung. Hotel
Jalta
Zimmer:
1000
Blick vom Hotelzimmer Hoteleingangsbereich Der
Strand Die meiste Zeit unseres Urlaubes verbringen wir am Strand. Denn hier bietet das Wasser eine willkommene Abkühlung. Es hat ca. 25 Grad. Den Strand erreicht man vom Hotel aus mit dem Fahrstuhl. Von der Fahrstuhlstation führt dann ein etwa hundert Meter langer Tunnel ans Wasser. Es ist ein kleiner,
voller Kiesstrand, wo die Badegäste auf Holz- oder Plastikpritschen
liegen.
Die Strandpromenade von Jalta:
Sonnen im Schatten von neoklassizistischen Palästen.
Blick
auf Jalta
Jalta ist kein Ziel für Familien die hier Ihren Sommerurlaub verbringen möchten. Urlaub heißt hier: Urlaub auf den Spuren der Geschichte. Denn hier wo die Zaren lebten, gibt es viel zu sehen. Der
Liwadija Palast - Besuch des Liwadija-Palastes, im Februar 1945 Schauplatz der historischen Jalta-Konferenz. Die Fahrt nach Liwadija – ein kleines Dorf in unmittelbarer Nachbarschaft von Jalta – ist eine Reise entlang der russischen Geschichte der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts. Wir kommen an dem ersten Luxushotel Jaltas vorbei, früher Treffpunkt der Reichen und Prominenten, für das sich aber immer noch kein neuer Nutzer gefunden hat und das nun seinem Schicksal überlassen ist. Andere Prachtbauten dieser Epoche, etwa ein hübsches in rosa gehaltenes Gebäude, dienen eher profanen Zwecken, zum Beispiel als Polizeistation. Der Liwadija-Palast, den sich Zar Nikolaus II als Sommerresidenz, die er zwei mal im Jahr besuchte, bauen ließ, besteht aus weißem Kalkstein, dem das Schloss auch seine Bezeichnung „Weißer Palast“ verdankt. Der Bau steht inmitten eines großzügigen Parks, und natürlich kann man von fast allen Balkonen und Fenstern des Schlosses ungestört über die Bucht und auf das Meer blicken. Das Erdgeschoss ist ein Museum der Jalta-Konferenz: Auf dem runden Tisch, an dem sich die engeren Konferenzteilnehmer trafen, stehen noch die Flaggen der drei Teilnehmerstaaten Sowjetunion, USA und Großbritannien, darum herum die Stühle der Begleiter und die Sessel von Churchill, Roosevelt und Stalin. Die an der Wand hängenden Fotos zeigen, wer damals wo gesessen hat. Einer der Konferenzräume, das ehemalige Billardzimmer des Zaren, liegt am italienischen Garten, in dem das Abschlussfoto gemacht wurde und der für zahlreiche russische Filme, etwa „Goya“, als Kulisse diente. Die oberen Stockwerke des Schlosses sind nun zu einem Zentrum der Zarenverehrung geworden, von dem noch vor zwei Jahren hier kein einziges Foto hing. Jetzt strömen die Besucher wieder in das Arbeitszimmer von Nikolaus II, in das Schlafzimmer mit den Familienfotos und in das Arbeitszimmer der Zarin als auch in das Musikzimmer, in dem noch immer das alte Grammophon als auch der weiße Flügel stehen. Nach der Oktoberrevolution hatten die Bolschewiki dabei aus dem ganzen Schloss das erste Sanatorium gemacht, das ausschließlich Bauern vorbehalten war – was allerdings wohl auch dazu führte, dass etliche Einrichtungsgegenstände nach und nach „verschwanden“. Nach dem Schloss-Besuch fahren wir zurück zur Strandpromenade von Jalta. Zu Sowjetzeiten habe es hier keinen einzigen Eisstand, keinen Kiosk oder ähnliches gegeben. Nun reiht sich hier Stand an Stand. Allerdings: Ach wenn uns ein Eis für umgerechnet 70 Pfennig spottbillig erscheint – für die Einheimischen ist es nahezu unerschwinglich. Ein Arzt kommt auf umgerechnet 120 Mark im Monat, ein Rentner erhält keine 50 Mark. Etwas besser gestellt sind die Beschäftigten in den Touristenhotels. Da kann s ein Kellner auf 250 Mark bringen – aber eben auch nur in der Saison. ______________________________________________________________________
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